Die Arktis zählt zu den beliebtesten Sehnsuchtszielen – und nur mit dem Schiff  kann man die drei Regionen Spitzbergen, Island und Grönland auf einer einzigen Reise „richtig“  kennen- und lieben lernen.
Für uns kommt hierfür insbesondere eine Reederei in Frage: Hapag Lloyd Cruises – die seit 1891 Sicherheit und Komfort in höchster Perfektion anbietet. Seit 1993 bietet die Reederei Expeditions-Kreuzfahrten an. Am 11.10.2019 begann für die Reederei ein neues Zeitalter im Bereiich Expeditionszeitalter: die Seglerin Laura Dekker taufte die „Hanseatic inspiration“; zusammen mit den nachfolgenden baugleichen Schwesterschiffen „Hanseatic nature“ und „Hanseatic spirit“ stehen nun drei schwimmende Luxus-Resorts für Expeditionen und Erlebnisreisen zur Wahl.

Unsere arktische Traumreise verläuft vom 04. bis 21.07.2022 – und beinhaltet Spitzbergen, Island sowie  Grönland.

Kapitän: Ulf Wolter
Hotelmanagerin: Tiziana La Rocca
Küchenchef: Niklas Niemeyer
Maitre d’Hotel: Ela Aiizadah

Expeditions- und Expertenteam:
Uwe Mannweiler - General Expedition Manager
Dr. Hans Joachim Spitzenberger – Experte für Zoologie, Ökologie, Hydrobiologie und
Geschäftsführer des Naturschutzbundes in Hamburg
Sylvia Stevens – Naturforscherin
Dr. Hans Joachim Lauenstein – Experte für Geologie
Dietmar Neitzke – Experte für Ethnologie
Hartmut Schäfer – Experte für Ozeanographie, Crewmitglied der Arved Fuchs-Expeditionen
Stefanie Liller – Expertin für Biologie und Meteorologie
Isabell Rehra – Expertin für Fotografie
Für unsere Reise wurden außerdem 7 „Eisbär-Wächter“ aus Deutschland eingeflogen. In aller Regel sind dieses Sportschützen, die mit ihren eigenen  Waffen anreisen und während der zahlreichen Exkursionen die Aufgabe haben, das seltene Auftauchen von Eisbären zu erkennen und ein
Zusammentreffen mit Menschen zu verhindern.

 

Montag, 04.Juli 2022
Einschiffung in Longyearbyen, Spitzbergen
Der Finnair-Sonderflug von Hapag Lloyd Cruises brachte einen Großteil der Passagiere von Hannover nonstop nach Longyerbyen. Die Ankunft erfolgte überpünktlich um 14.50h; die Passagiere wurden in Sonderbussen zum Hafen Bykaia gefahren, wo am Vortag die „Amadea“ von Phoenix Reisen festmachte.
Morgens konnte die „inspiration“ zur Ausschiffung am Pier anlegen, aber am Nachmittag wurde dieser Platz für die „MV Ortelius“ der holländischen Reederei  „Oceanwide Expeditions“ eingenommen. Die „inspiration“ lag auf Reede und Tenderboote brachten die Gäste kurz vor 16.00h zum Schiff. Nebenan lag die „Nordstjernen“ von Hurtigruten – 1956 von Blohm & Voss erbaut, steht das 66-jährige „Oldtimer“-Postschiff unter Denkmalschutz !
Um 21.00h: Seenot-Rettungsübung und Zodiac-Einweisung. Um 21.00h verläßt das Schiff den Hafen und nimmt Kurs auf Mushamna: 402 km entfernt.

Longyearbyen - die "Hauptstadt" von Spitzbergen

Longyearbyen - die "Hauptstadt" von Spitzbergen

Hanseatic inspiration und "MS Nordstjernen" von Hurtigruten

Dienstag, 05.Juli 2022
Am Vormittag stellt "General Expedition Manager" Uwe Mannweiler sein Expedeitions-Team im HanseAtrium vor. Um 14.30h beginnt der erste Zodiac-Ausflug in Mushamna. Die karge Landschaft mit einem Meeressaum aus Kiessteinen, viel Treibholz und einer spärlichen Vegetation
bietet einige Fotomotive, aber noch nicht spektakuläre Erlebnisse.
Um 17.30h nimmt die „inspiration“ Kurs auf den Monaco Gletscher (39 km entfernt) und kreuzt von 20.00h bis 21.00h im Liefdefjord. Schneebedeckte Berge und kleine Eisschollen im Wasser sorgen für erste „Wow“-Effekte – und mehrfache Unterbrechungen des Abendessens. Wir haben heute Plätze im japanisch-peruanischen Spezialitäten-Restaurant NIKKEI gebucht. Das Menue – u.a. mit Ceviche, Shabu Shabu, Yakitori-Spießen und Matcha-Cheesecake läßt keine Wünsche offen.

Mittwoch, 06.Juli 2022
Ein grandioser Tag mit Sonnenschein sprichwörtlich „rund um die Uhr“ beginnt schon um 06.30h, als wir die Packeisgrenze erreichen. Wer will dieses Erlebnis verschlafen ? Wir genießen an Bord die traumhafte Kulisse; um 09.10h steht ein Gruppenfoto der Besatzung an; um 10.00h ein Vortrag über Polarbären; um 11.30h der Ärzte-Treff; um 12.00 h stellt der Kapitän auf dem Pooldeck seine leitenden Mitarbeiter(innen) vor; um 15.00h Einweisung in die Mikroskopie; um 16.00h der Treff für alleinreisende Gäste; um 17.00h Vortrag über die Geologie von  Spitzbergen. Der Besuch der Brücke ist bei fast allen Reedereien "tabu" - nicht so bei Hapag Lloyd Cruises: hier kann man fast täglich die Brücke besuchen.
Um 19.00h erreichen wir den Magdalenenfjord, ein Nationalpark der 8 km lang und bis zu 5 km breit ist. Von 19.00h bis 23.30h gibt es einen Landgang  mit den bordeigenen Zodiacs – noch immer bei wolkenlosem Himmel. Auf der Rückfahrt zum Schiff machen wir einen Abstecher zu einer kleinen Walroß- Kolonie. Fast 500 Fotos (inklusive Robbe auf Eisscholle) dokumentieren: der heutige Tag war lang, aber alles andere als lang-weilig. Großes Landschafts-Kino ! Um 22.30h ein Mitternachs-Buffet im HanseAtrium - dazu gibt's FREIBIER (Königs Pilsner vom Faß)

Donnerstag, 07.Juli 2022
Eine Steigerung zu gestern ? Kaum möglich. Nach 93 km Fahrt durch die taghelle und sonnige Nacht (unsere Vorhänge vor den Balkontüren schaffen es nicht, das nächtliche „Tages“-Licht gänzlich zu verdecken) ankern wir vor dem 14.Juli Gletscher: WOW ! Um 08.30h beginnt der Landgang, das vorgesehene Ende um 12.00h wird überzogen – viele Passagiere wollen dieses fantastische Erlebnis so
lange wie möglich auskosten. Die gesamte Bucht ist von Eisschollen und Eisskulpturen übersät, schon die Zodiac-Fahrten sind ein großes Erlebnis. Von der Anlandungsstation führt ein Spaziergang am Meeressaum entlang – mal auf sandigem, mal auf steinigem Terrain. Am Ende des Weges gibt es den imposanten Gletscher „hautnah“ zum Anfassen. Pünktlich zu unserem Erscheinen „kalbt“ der Gletscher; große Eisstücke stürzen geräuschvoll  ins Meer und lösen eine kleine
Flutwelle aus. Weiter geht es nach Ny-Alesund, wo wir vom 14.30h bis 19.00h am Pier anlegen können und die alte Kohle-Siedlung besuchen, die jetzt der Sitz ist von zahlreichen Polarforschungs-Stationen: Norwegen, Deutschland, Japan, Südkorea, China u.a. Länder haben hier Stützpunkte. Der Gebrauch von Mobiltelefonen  ist in dieser Siedlung streng untersagt – die Daten der zahlreichen Messgeräte könnten verfälscht werden. Die Passagiere entdecken plötzlich eine längst vergessene Urlaubs-Beschäftigung früherer Zeiten: Postkarten schreiben.  Das nördlichste Postamt bietet 6 verschiedene Stempel an, die jede Postkarte veredeln. Eine Briefmarke mit Eisbären-Motiv wird im Kolonialwaren-Laden verkauft, den
man nur ohne Schuhe betreten darf. Der Briefkasten wird nur 2 x wöchentlich geleert.
Die grandiose Landschaftsfahrt durch den Fjord wird fortgesetzt, und nach dem Abendessen plötzlich große Aufregung: ein großer Eisbär wird an Land gesichtet, das Schiff nähert sich langsam dieser Stelle und gebannt verfolgen die Passagiere unter Einsatz ihrer Tele-Objektive), wie der stattliche Eisbär etwas oberhalb des Ufers entlangwandert. Es ist kurz vor Mitternacht, als wir -begleitet von der immer noch kraftvollen Mitternachtssonne- den Weg in die Kabine finden.

 

Unsere Begegnung mit einem Eisbär / Foto: Herr H.J. Kirchhoff


Freitag, 08.Juli 2022
Heute heißt es Abschied nehmen von Spitzbergen – gegen Mittag. Aber vorher nochmals ein schöner Landausflug mit den Zodiacs. Unsere Hanseatic inspiration
ankert vor der 86 km langen, unbewohnten und damit unberührten  „Prins-Karls-Forland“-Insel. Es ist ein Paradies für die Fauna: große Seevogel-Kolonien, die nördlichste Seehund-Kolonie und Ruheplätze für Walrosse.
Unser Anlandungsplatz ist nur wenige hundert Meter vom 617 m hohen Alkhornet entfernt. Wir erkunden die Insel auf vorgegebenen Pfaden, damit Flora und Fauna nicht gestört werden. Wir sehen Rentiere und erfreuen uns an der kleinwüchsigen Flora mit ihren farbenfrohen Blüten.
Mittags beginnt die Passage nach Island mit 3 Seetagen. Während des  Mittagessens
meldet sich Kapitän Wolter: in 30 Minuten kommt es zum Rendevouz mit dem
Schwesterschiff „Hanseatic spirit“. Dieses Zusammentreffen gerät dann zum Spektakel. Ein Zodiac wird der „inspiration“ wird zu Wasser gelassen, um Waschmittel
zur „spirit“ zu bringen und wir bekommen Kaffee als „Gegenleistung“ von der „spirit“.
Viele Crewmitglieder telefonieren mit den Kollegen vom jeweils anderen Schiff;
ein philippinisches Crewmitglied von der „inspiration“ erzählt uns, dass seine Ehefrau  auf der „spirit“ arbeitet – beide können sich wenigstens kurz wieder-sehen….
Da aber noch 2161 km bus Reykjavik, Island zu bewältigen sind, müssen wir uns verabschieden und unsere Atlantik-Passage fortsetzen. Nach einer Stunde
dann ein unvorhersehbarer weiterer Höhepunkt der Reise: eine Wal- und Delphin-Show auf dem Atlantik bringt alle Passagiere in Windeseile auf Trab.
An der Backbordseite des Schiffes beobachten wir eine große Delfin-Schule; die Tümmler springen aus dem Wasser, als wären sie bei „SeaWorld“ im Trainingslager.
Auf der Steuerbord-Seite ziehen zahlreiche Wale, hauptsächlich Grind- und Bartwale,
ihre Bahnen und sind  gefragte Fotomotive von Passagieren und Besatzung.
Fazit Spitzbergen: es gab laut Aussage der erfahrenen Besatzung noch nie bessere
Wetter-Bedingungen als bei dieser Reise; die Sonnenscheindauer; keinerlei
Niederschläge; bestmögliche Sichtverhältnisse; optimale  tierische „Ausbeute“:
Eisbär, Robbe, Rentier, Walross,  Delphin, Wal -  mehr geht nicht …
Am Abend dann im Lido-Restaurant ein gastronomisches Highlight: orientalische Spezialitäten, allein 18 versch. Vorspeisen / Salate… dazu Falafel, Kafta, Dorade, Lamm Chops, Shakshuka…

 

Walbeobachtung / Foto: Herr H.J. Kirchhoff

Samstag, 09.Juli 2022
Seetag
Heute stehen im HanseAtrium mehrere Vorträge an.
„Wale – sanfte Riesen der Weltmeere“ … „Bärenwächter an Bord“ … und
als Höhepunkt der  Vortrag von Markus Rex „Ein Jahr im arktischen Eis“.
Herr Rex war Expeditionsleiter an Bord der „Polarstern“  und brachte
beeindruckende Fotos und Videos mit von dieser Expedition.

Sonntag 10.Juli 2022 Seetag mit Jan Mayen

Der heutige Seetag sollte -sofern das Wetter es zulässt- durch einen Besuch von Jan Mayen bereichert werden. Jan Mayen ist eine 373qkm große Insel 550 km nordöstlich von Island und 500 km östlich von Grönland. Auf der kaum besuchten Insel leben nur 18 Menschen – es ist allerdings ein Naturparadies, wo u.a. über 100 Vogelarten anzutreffen sind. Flora und Fauna werden strend geschützt. Graue Wolken verhüllen die Bergspitzen, als wir Jan Mayen erreichen, auch leichter Regen gesellt sich hinzu. Jeder kann entscheiden, ob er das Angebot, mit den Zodiacs auf die Insel zu fahren, annimmt oder auf dem Schiff bleibt … Um 12.30h ist der Landgang zu Ende. Die  Rezeption hielt einen dekorativen Stempel bereit, der den Besuch von Jan Mayen im Reisepass dokumentierte.  Wenig später, um 13.00h, strömen alle Passagiere auf das Pool-Deck: das BBQ will niemand verpassen. Der Küchenchef Niklas Niemeyer hat mit seinem Team zahlreiche Köstlichkeiten vorbereitet…. Zahlreiche Vorspeisen, Lobster, Steaks, Bratwürste…  die Getränke (Bier, exzellente Weine, Liköre) waren kostenlos – wogegen niemand protestierte. Am Nachmittag im HanseAtrium der Vortrag: „Seelöwe, See-Elefant, Seehund – alles dasselbe ?“   Am Abend dann der Vortrag „Abenteuer Wissenschaft“ vom Expeditionsleiter Dr. Spitzenberger.  Heute abend steht der Höhepunkt der Reise für alle Crew-Mitglieder an: eine Crewparty im Lido-Restaurant von 22.00h bis 01.30h !                                                                                             

Montag 11.Juli 2022 Seetag

Heute ein Tag zum Genießen: das Tagesprogramm bietet 10 Vorschläge von 08.00h bis 21.00h. Zusätzlich können alle Passagiere von 09.00h bis 13.00h Kabinen anschauen, die man vielleicht bei der nächsten Reise buchen möchte: eine Panormakabine, eine Balkon-Kabine, eine French-Balcony - Kabine, eine Junior Suite und sogar eine Grand Suite können inspiziert werden. Eine sehr gute Idee der Reederei...  Wir haben heute abend nach dem Menuewechsel das „Nikkei“-Spezialitätenrestaurant gebucht und genießen das neue Menue: Hummer Ceviche oder Geflämmter Blumenkohl oder Dorade Onigiri ? Kabo Nabe (Ente mit Kohl ) ? Yakitori-Spieße mit Thunfisch oder Ente ? Miso Kabeljau oder Beef Tataki ? Süßkartoffel Tempura ? Das sind die Fragen, auf die wir Antworten finden müssen….   Auch unser Kapitän Ulf Wolter  hat sich heute abend für das „Nikkei“ entschieden und sitzt am Nachbartisch.                                                                                                                  

Nikkei-Restaurant: Beef Tataki mit Teriyaki Sauce, Grüner Spargel, Sansho Pfeffer

Dienstag 12.Juli 2022  Island
Heute sind wir einen Tag lang in Island: von 08.00h bis 18.00h. Für die Reederei ein wichtiger Tag: heute gibt es für 20 Mitarbeiter(innen) einen Crew-Austausch, unser Schiff wird mit Diesel rand-voll betankt, der Abfall wird von Bord gebracht und besonders wichtig: 40 Tonnen Proviant und andere wichtige Waren werden an Bord verladen, denn das Schiff wird nun für längere Zeit in Grönland unterwegs sein.  Um unsere Zeit auf Island bestmöglichst zu nutzen, starten wir schon um 08.30h zu einer „Golden Circle“-Tagestour, die 3 Hauptsehenswürdigkeiten beinhaltet. Zunächst steht der Thingvellir-Nationalpark, wo das Auseinanderdriften der euroasischen und nordamerikan. Kontinentalplatte stattfindet, auf dem Programm. Außerdem befindet sich hier die Geburtsstätte des ältesten Parlaments der Welt. Durch eine reizvolle Landschaft, wo roter Thymian, gelber Hahnenfuß  und blaue Lupinen farbliche Akzente setzen, geht es weiter zur Haukadalur-Ebene, wo Geysire und heiße Quellen Besucher(innen) anziehen. Der aktivste Geysir, der Strokkur, bricht alle 5-10 Minuten verläßlich aus – zahlreiche asiatische Reisegruppen sind auch hier  schon wieder anzutreffen. Alle Augen und Kameras richten sich nur auf den Geysir… dabei kann man nur ein paar Meter weiter hunderte blühender Orchideen bewundern. Nach wenigen Kilometern erwartet uns einer der schönsten Wasserfälle der Erde: der Gullfoss-Wasserfall. Vom Parkplatz führen zwei befestigte Wege zum Wasserfall, der von blütenübersäten Wiesen umgeben ist. Bei der Ankunft in Reykjavik gab es einige dunklen Wolken; das Wetter wurde jedoch immer besser und auf dem Weg zurück in die Hauptstadt gab es Sonnenschein. Als „Zugabe“ fuhren wir noch die moderne Hallgrimskirche an, die  1992 eine Konzertorgel von der Bonner Firma Klais bekam. Unser Schiff konnte am alten Hafen Skarfabakki anlegen, nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt. Die verbleibende Zeit bis zum Ablegen nutzen wir für einen Besuch von „Harpa“ – dem Konzert- und Konferenzhaus, welches 2011 eröffnet wurde und das neue Wahrzeichen der Stadt ist. Zusätzlich noch ein Bummel durch die Altstadt bei Sonnenschein. Im HanseAtrium stellte Kreuzfahrtberater Rainer Mumm attraktive Reisen mit den 3 Expeditionsschiffen vor; nach dem Abendessen dann „TravelTalk“: eine Gesprächsrunde mit den beiden Kapitänen an Bord, Ulf Wolter und Peter Rössler, Uwe Mannweiler und weiteren Führungskräften. Alle Passagiere können Fragen zum Schiff, zur Route und dem Leben an Bord stellen. Wir nehmen nun Kurs auf Grönland – von Reykjavik bis Dronniong Marie Dal/Grönland sind es genau 1020 km.

                                                                                                                 

HARPA - das neue Wahrzeichen von Reykjavik

Mittwoch 13.Juli 2022  Seetag
Ein erholsamer Seetag auf dem Weg nach Grönland. Vortrag „Plastik im Ozean“ … Vortrag „Geologie zum Anfassen“ … Vortrag „Klimawandel in der Arktis“…  mit  drei  Experten des hochkarätig besetzten Expededitions-Teams. . Um 16.00h Treffen der Service-Club-Mitglieder (Lions Club, Rotary Club usw.) in der Observation Lounge…   Zum ersten Mal während dieser Reise  war das Meer in den Abendstunden etwas bewegt…

 

Donnerstag 14.Juli 2022  Grönland
Um 07.00h morgens die erste Durchsage: Ost-Grönland in Sicht, Eisberge voraus ! Die Voraus-Kamera im Kabinen-TV zeigt beeindruckende Live-Bilder… und schon sind die Passagiere hellwach und auf den Decks unterwegs. Riesige Eisberge schwimmen an der Backbord- und Steuerbordseite vorbei, unser Kapitän nimmt Kurs auf die Einfahrt in den Skjoldungensund. Manchmal versperrt eine Eisbarriere den Zugang – aber das Schiff   gelangt problemlos in den Sund. Es beginnt eine traumhafte Panoramafahrt: der Sund wird zu beiden Seiten des Schiffes begrenzt durch schneebedeckte Berge; im Sund selbst schwimmen kleine und große Eisberge an unserem Schiff vorbei. Bei sonnigem Wetter erreichen wir um 10.30h Dronning Marie Dal – die Zodiacs bringen die Passagiere in wenigen Minuten an Land. Hier bewundern wir eine phantastische Vegetation, die den  rauen Wetterbedingungen  erfolgreich trotzt. Unser Ziel ist ein Gletscherfluss, der Schmelzwasser in tosenden Strudeln zum Meer führt. Der  Rückweg -immer begleitet von Mücken-  führt am Naturstrand entlang, wo tonnenschwere Basaltsteine an Strand und im Wasser wie von Riesen-Händen verstreut sind. 150 Fotos später sind wir wieder am Zodiac-Landeplatz, um zu unserem Schiff zurückzukehren. Auch Kapitän  Ulf Wolter zeigt sich  begeistert von diesem Ausflug, es ist der Erstanlauf eines Hanseatic-Schiffes und wir fühlten uns auch wie Entdecker in einer menschenleeren Region, die nur auf dem Seeweg erreichbar ist. Gegen 13.30h nehmen wir Kurs auf Süd-Grönland,wo wir morgen nach 482 km Seereise ankommen werden.

Freitag 15.Juli 2022  Grönland    

 

Heute nehmen wir Kurs auf den „Prins Christian Sund“ an der Südspitze von Grönland. Unser Kapitän muss einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, da die direkte Einfahrt in den Sund von  zahlreichen  Eisbrocken und Eisbergen bedeckt ist. Die Fahrt durch diesen Sund gerät zum einmaligen Erlebnis: schneebedeckte Berge, Gletscher, Wasserfälle säumen unseren Weg bis zum Landeplatz. Da die Wassertiefe 300m  bis 400m beträgt, kann nicht der Anker ausgelegt werden. Die bordeigenen Zodiacs (insgesamt sind davon 17 an Bord) bringen die Passagiere an Land – wiederum an eine unberührte Stelle fern jeglicher Zivilisation. Jeder Passagier kann selbst entscheiden, wie weit er sich in das Landesinnere „vorwagt“.  Unser Zeil ist natürlich der ca. 2 km entfernte  Gletscher, dem wir uns auf wenige Meter nähern können.Auf dem Weg zum Gletscher  erfreuen wir uns an der Vegetation,  den bizarren Steinformationen, kleinen Wasserfälllen, einem Gletscherfluss… Die Rückfahrt durch den Sund ist noch eindrucksvoller: denn inzwischen ist die Bewölkung verschwunden und  Sonnenschein sorgt für ideale Fotografierbedingungen.  Nachdem wir seit dem 04.07. keine Sonnenaufgänge und -untergänge hatten (die Sonne schien 24 h am Tag) haben wir durch die südliche Position erstmals einen Sonnenaufgang (um 04.01h) und einen Sonnenuntergang (22.00h). Das wird sich ändern: denn unser  Kurs kennt nur noch eine Richtung: nordwärts, wir werden den nördlichen Polarkreis in 2 Tagen erreichen. Unser nächstes Ziel am morgigen Samstag ist Paarmiut, 491 km entfernt.    

                                                        

Samstag  16.Juli Grönland

Heute steht ein Besuch von Paamiut an der Westküste auf dem Programm. Zuvor gibt es im HanseAtrium den Vortrag „Iglu, Kajak, Hundeschlitten – Überlebenstechniken im ewigen Eis“. Erstmals erfolgt der Landgang mit Hilfe der komfortablen Tender-Boote. Der Besuch eines Kreuzfahrtschiffes scheint in Paamiut ein besonderes Ereignis zu sein: die 150 Einwohner haben nicht viel Abwechslung. Fischfang und die Arbeit in einer großen Fischfabrik bestimmen den Alltag der Familien. Unser  Expeditionsteam bezahlt für alle Passagiere nicht nur den Eintritt für das örtliche Heimatmuseum, sondern hat auch in der ev.-luth. Kirche (die im Stile norwegischer Stabkirchen 1909 erbaut wurde)  ein kleines Konzert des Kirchenchores arrangiert. 5 grönländische Lieder bekommen wir in der Kirche zu hören; auch unser Kapitän Ulf Wolter hat sich in die Kirche begeben, um dieser berührenden  Veranstaltung beizuwohnen. Wir bekommen in dieser Siedlung einen Eindruck davon, daß die herzliche Gastfreundschaft der Bewohner nicht die Probleme von Grönland verdecken kann, die man als Besucher registriert: unbewohnte und beschädigte Holzhäuser, triste Wohnblocks, Abfälle und nicht mehr benötigte Gegenstände werden in der Landschaft entsorgt bzw. „abgestellt“. Unser Tenderboot bringt uns zurück zur Hanseatic inspiration –um 17.30h  setzen wir unseren Kurs gen Norden fort – nach 437 km werden wir morgen Maniitsoq erreichen.

Sonntag, 17.Juli Grönland
Seit Reisebeginn am  4.Juli war das Wetter gut bis sehr gut – heute allerdings ging diese Glückssträhne in Sachen Wetter zu Ende: Regen und starker Wind brachten das Tagesprogramm durcheinander. Der geplante Anlauf von Maniitsoq musste wetterbedingt gestrichen werden; aber unser Expeditionsteam und Kapitän Wolter hatten sogleich einen Plan B geschmiedet: unser Schiff „flüchtete“ vor den Wetterunbilden in den Sermilinnguaq-Fjord, wo wir nach kürzester Zeit ruhige See hatten – der Regen allerdings blieb. Trotzdem haben wir einen Zodiac-Landausflug durchgeführt und 103 von 162 Passagieren haben davon Gebrauch. Wer mitkam, hat es nicht bereut: wir kamen dicht an Vogelfelsen vorbei, sahen Dutzende Wasserfälle und kamen sehr nah an einen Gletscher- unzählige Fotomotive entschädigten für das unwirtliche Wetter.

Montag 18.Juli 2022 Grönland    Gegen 08.00h morgens erreichten wir den Evighedsfjord. Das Wetter hatte sich wieder gebessert und so konnte wir bei guten Bedingungen den „Ewigkeitsfjord“ erkunden. Unsere Landungsstelle am Rande des Gletschers bot am Meeressaum nicht viel Platz, man musste eine Anhöhe hinaufsteigen – jeder suchte sich seinen eigenen Weg über Sand- und Geröllboden. Für die Mühe entschädigten Orchideen und ein herrlicher Blick auf Fjord und Gletscher. Erneut ein lohnender Zodiac-Ausflug. Am Abend dann eine Lesung von Isabel Rehra über die Inuit.

Dienstag, 19.Juli 2022 Grönland              Am Vormittag  erfolgt der check-in  für den Rückflug mit dem Finnair-Sonderflug nach Hannover. Alle Passagiere erhalten bereits heute die Bordkarte mit Sitzplätzen sowie die Gepäckanhänger – auch in der Economyklasse dürfen 30 kg p.P. aufgegeben werden.Welch ein Luxus-check-in: kein Schlangestehen am Flughafen….   Heute ist wohl der spektakulärste Tag der Reise: die Diskobucht und der Isfjord !  am Vormittag überholen wir die AIDAaura – sie hat heute das gleiche Ziel wie wir: die Disko-Bucht. Die Aida aura wird über Stunden in unserer Nähe sein…. und heute  wird allen Passagieren auf beiden Schiffen schlagartig klar, was der Unterschied ist zwischen einem „normalen“ Kreuzfahrtschiff und einem Expeditionsschiff. Die Passagiere der AIDAaura stehen dichtgedrängt an der Reling  und bewundern mit einem gehörigen Abstand die „Eisberg-Show“         im Eisfjord. Die Passagiere der „Hanseatic inspiration“ sind dagegen „mittendrin“. Mit den Zodiacs kommen wir ganz nah an die Eisberge in XXXL-Format heran. Die 90-minütige Zodiac-Rundfahrt begeistert jeden, der mitfährt. Dieses Erlebnis ist im wahrsten Sinne des Wortes unvergeßlich ! Während der Zodiac-Tour gibt die Reederei mitten im Eisfjord ein Getränk aus: wahlweise Glühwein, Prosecco von „Sansibar“ oder einen alkoholfreien Fruchtsecco. Das Schiff liegt von 13.30h bis 18.00h auf Reede – bei Sonnenschein nehmen wir Kurs auf das 339 km entfernte Sisimiut und bewundern die Aussicht auf schneebedeckte Berge…  Heute ist „Farewell“-Abend … mit einem besonderen Menue beim Abendessen (u.a. mit Rinderfilet und  Heilbutt). Kapitän Wolter lud um 21.30h im HanseAtrium zum Abschieds-Champagner ein und ließ die gesamte Reise Revue passieren. Höhepunkt: die Versteigerung der Seekarte ! 50% des Erlöses sind für die Ukraine-Hilfe bestimmt, 50% für die Crew-Kasse. Der Kapitän führt die Versteigerung persönlich durch: bei 1050 Euro wird der Zuschlag erteilt: eine Atlantis-Kundin freut sich über das ersteigerte Kunstwerk – denn Mitarbeiter(innen) haben die Seekarte künstlerisch bearbeitet und somit aufgewertet.  

Mittwoch, 20.Juli 2022 Grönland                        Um 08.00h erreichen wir Sisimiut – zum einzigen Mal legen wir auf Grönland am Pier an, also kein Tender-Boot, kein Zodiac… Von 8.30h bis 16.30h konnten alle Passagiere die zweitgrößte Stadt Grönlands auf eigene Faust erkunden. Die Reederei mietete einen Shuttlebus an, der im 30-Minuten-Takt mehrere Haltestellen im Ort anfuhr. Wir nahmen den Bus um 09.00h und stiegen am Ende des Ortes aus, wo sich die Schlittenhunde-Plätze befanden. Hunderte von Schlittenhunden bevölkern den Ortsrand – sie können in den Sommermonaten  faulenzen – im Winter wartet  dann die Arbeit auf die robusten Hunde. Mehrere Supermärkte, einige Kunsthandwerk-Läden, ein Fischmarkt-Halle (nichts für zarte Gemüter), zwei Kirchen und kunterbunte Holzhäuser bildeten die Kulisse für den heutigen Stadtbesuch.  Gastronomisch wurde heute nochmals groß aufgetischt  ! Mittags ein Themen-Buffet im Lido-Restaurant: Norddeutsche Küche… mit Labskaus, Matjes  nach Hausfrauenart, Schollenfilet Büsumer Art, Grünkohl mit Kochwurst, Birne und Bohne, Deichlamm Hüften, Hamburger Rote Grütze, Lübecker Marzipantörtchen ….       Und abends in beiden Haupt-Restaurants mit allem, was die Italienische Küche zu bieten hat: Vitello Tonnato, Antipasti, Saltimbocca, Lasagne, 4 x Pizza, Tiramisu und viele andere italienische Spezialitäten…Auf der Kabine dann ein wertvolles Geschenk: ein USB-Stick, der das 114-seitige Logbuch enthält.  Dr. H.J. Lauenstein hat viel Arbeit investiert, um allen Reiseteilnehmer(innen)  eine besondere Reise-Erinnerung zuteil werden zu lassen. Jeder Reise-Tag ist genau dokumentiert, attraktive Fotos dokumentieren die Einzigartigkeit dieser Reise !

 

Donnerstag, 21.Juli 2021 Rückreise
Unser Schiff erreicht gegen 08.00h den Endpunkt unserer Reise: den Kangerlussuaq-Fjord. Hier liegt das Schiff auf Reede. Gleich nach unserer Ankunft kommt ein Container-Boot längsseits: die Koffer der Passagiere  werden in einem Container verstaut und per Boot und Lastwagen zum Flughafen gebracht. Am Vorabend stellten wir die Gepäckstücke vor unsere Kabinentür – diese sehen wir dann erst auf dem Gepäckband am Flughafen Hannover wieder. Ein sehr angenehmer Service der Reederei. Um 09.00h bringt uns das Tender-Boot an Land; die abreisenden Passagiere werden auf diverse Busse verteilt (mit unterschiedlichem Komfort) und  nach einer Fahrt durch eine wenig attraktive Landschaft zu einem Restaurant gebracht, welches ein Mittagessen mit grönländischen Spezialitäten. Besonders nachgefragt wird das grönländische Bier, das sich auf dem Etikett als „Kölsch“ ausweist aber nicht nach Kölsch schmeckt und diversen hausgemachten Likören.  Schließlich endet die Tour am kleinen Flughafen von Kangerlussuaq, wo kaum Großraumflugzeuge landen. Heute werden die neuen Passagiere mit einem Charterflug der Reederei  - ein moderner Airbus A 330 der Finnair- von Hannover nach Grönland gebracht, und wir werden den Rückflug nach Hannover antreten. Die Maschine ist neu und sehr ansprechend gestaltet. In Zeiten, wo Fluglinien kaum noch kostenlose Getränke und Mahlzeiten anbieten, überrascht Finnair mit einem Klasse Service. Champagner, Bier, Weine – alles kann unbegrenzt bestellt werden, 2 Mahlzeiten und davor Erdnüsse mit dem Champagner-Begrüßungsdrink – serviert von der sehr freundlichen und sogar deutschsprachigen Finnair-Crew. Die Landung in Hannover um 01.47h – danach leider Wartezeit auf die Fluggasttreppe, auf die Busse, auf das Gepäck. Nachdem wir uns vom 04.07. bis 21.07. auf der „Hanseatic inspiration“ wie im Schlaraffenland wähnten, waren wir nach unserer Landung in Hannover mit einem Schlag zurück in der deutschen Service-Wüste.
Eine traumhafte Reise ist leider zu Ende ! Nach fast 150 Kreuzfahrten, die wir unternommen haben, war dieses eine der schönsten Reisen, die wir je unternommen haben. Das lag auch an den ausnahmslos sehr angenehmen Mitreisenden in unserer Gruppe….

Buchung und Beratung:

Atlantis Reisen GmbH –
Am Stadtgr
aben 19 - D-31515 Wunstorf / Hannover
Tel.05031-95420 -  Fax 05031-912017
E-Mail:
info@atkf.de
www.top65.de 

 www.storno-kabinen.de + www.traum-kreuzfahrten.de
+ www.hotelemiratespalace.de + www.japan-tours.de

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